Samstag, 22. Juni 2013

Kasimirs Werkstatt

Diese Woche haben wir unsere Spielgruppe in Kasimirs Werkstatt verwandelt. Zur grossen Freude der Kinder durften sie wieder einmal in den Linsen wühlen. Wer dies noch nie getan hat, dem sei es empfohlen, die Linsen streicheln zärtlich die Haut, sie sind kühl und fein, …
Unsere Linsen sind aber nicht nur sinnlich, in unseren Linsen steckt mehr, diese Woche fanden die Kinder, logisch, ganz viele Werkzeuge. 

Am Entdeckertisch erwarteten die Kinder Specksteine und Feilen: Spachtel, Spachtelmasse und ein Lochbrett; Schrauben und Muttern, es gab Farbe zum Färben und Wasser zum Giessen.


 Ein Platz war reserviert für das Aquarium. Zuerst gaben die Kinder einen grossen Tropfen Leim auf den Seestern dann forderte ich sie auf, den Leim mit den Fingern zu verstreichen. Dafür erntete ich manch verständnislosen Blick: „Mit dem Finger? Der wird ja ganz klebrig!“
Und so näherte sich manches Fingerchen ganz vorsichtig dem Leim, verstrich ihn zuerst zaghaft, um bald darauf mit Wonne im Leim herumzustreichen. Viele tropfen anschliessend so viel Leim auf den Tintenfisch, dass wir auch noch den Boden des Aquariums damit festkleben konnten. Alle Kinder waren von den schwimmenden Fischen hin und weg.



Am Knettisch wurde diese Woche gehämmert und gesägt, was das Zeug hielt. Wir gaben jedem Kind einen kleinen Einführungskurs ins Sägen, machten auf die Gefahren aufmerksam und hatten immer ein Auge auf die kleinen Handwerker. Wir brauchten die ganze Woche kein einziges Pflaster und auch beim Hämmern gab es keine Tränen. Ein weiterer Beweis dafür, dass junge Kinder viel vorsichtiger, vernünftiger sind, als wir es ihnen manchmal zutrauen.
In unser Begrüssungslied bauten wir die eine oder andere Bewegung, die wir letzte Woche von Kasimir gelernt hatten ein: wir sägten mit der Säge oder hämmerten mit dem Hammer oder hüpften, wie immer, ganz hoch.

Während meines Aufbaukurses in die Didaktik des Deutschen als Zweitsprache (DAZ) forderte uns Prof. Dr. C. Nodari auf, die DAZ-Kinder öfters nachsprechen zu lassen. So können sie ihre Sprechwerkzeuge besser schulen und sie auf die neue Sprache einstellen. Bereits letzte Woche versuchten wir, dieser Aufforderung nachzukommen und liessen die Kinder im Chor mitsprechen. Zu Beginn machten die Kinder nur zögerlich mit, doch diese Woche klappte es schon ganz ordentlich. Obwohl einige Kinder die richtigen Worte noch nicht selbst sagen konnten, hatten fast alle die Bewegungen von letzter Woche gespeichert und zeigten diese begeistert vor. Auch der Wortschatz sitzt, die meisten Kinder konnten die Tätigkeitskarten (sägen, hämmern, feilen, etc.) zum richtigen Werkzeug legen.


Vor dem Znüni verteilten wir die Werkzeugkarten an die Kinder und in der zweiten Runde durften sie die Tätigkeitskarten angeln, es klappte ausgezeichnet. Wir staunten nicht schlecht, dass die Kinder so schwierige und eher unbekannte Wörter wie Hobel, Meissel und Spachtel bereits nach einer Woche wiedererkannten und auch der richtigen Bewegung zu ordnen konnten. Das häufige Wiederholen während des Chorsprechens scheint tatsächlich Wunder zu bewirken. 

In unserem kleinen Musik-Workshop teilten wir die Kinder in zwei Gruppen ein – die eine Gruppe durfte zu schallala, schallala, rasseln, die andere zu dideldum, dideldum die Glöckchen ertönen lassen. Nach einigen Durchgängen klappte es ganz ordentlich, auch wenn einige unermüdlich immer mit ihren Instrumenten spielten und keine Pause einlegen wollten.


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