Samstag, 6. Juli 2013

Abschied

Abschied

Die traurigste und gleichzeitig ermutigendste Woche des Jahres ist überstanden!

Für viele unserer Kinder beginnt nach den Sommerferien ein neuer Lebensabschnitt, sie sind jetzt gross, fast erwachsen und kommen in den Kindergarten. Wir durften die Kinder während ein bis zwei Jahren begleiten, Jahre in denen die Kinder gewaltige Entwicklungsschritte machten. Sie kamen fast noch als Kleinkinder, waren schüchtern, sprachen erst wenige Wort und verlassen uns nun als selbständige, selbstbewusste Persönchen, die uns ganz schrecklich ans Herz gewachsen sind und uns mit Stolz erfüllen. Am liebsten würden wir die Kinder wie in den Montessori Kinderhäuser bis zur 1. Klasse begleiten oder gleich ganz behalten. Aber auch auf uns warten neue Herausforderungen, junge Kinder, die ihre Persönlichkeit bei uns entdecken und entwickeln wollen, die wir auf dem Weg zum Kindergarten  begleiten dürfen. Und so blicken wir mit einem weinenden Auge den zukünftigen Kindergärtlern nach und sehen mit einem lachenden Auge den zukünftigen Spielgrüpplern entgegen.  

Die meisten Kinder freuen sich auf den Kindergarten, ein paar wenige sehen der Zukunft etwas skeptisch entgegen und andere haben noch gar nicht richtig realisiert, dass sie vor einem neuen Lebensabschnitt stehen. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass es den Kindern am liebsten ist, wenn wir mit dem gewohnten Spielgruppenablauf fortfahren und den Kindergarteneintritt nicht zu stark thematisieren.

Und so haben wir die letzte Woche mit unseren Kindern nochmals in vollen Zügen genossen, wir freuten uns über ihre Selbständigkeit und staunten über ihre Fähigkeiten; wir sind zuversichtlich, dass alle einen guten Start in den Kindergarten haben werden.

Auch diese Woche verbrachten wir nochmals in Kasimirs Werkstatt. Am Knettisch gab es zum Abschluss nochmals selbstgemachte Knete und die Kinder nutzten sie sehr hingebungsvoll.

Am Spieltisch suchten wir Kasimirs Werkzeuge, Arti hatte sie in unserem „Stall“ versteckt. Ich zeigte eine Karte, fragte nach Kasimirs Tätigkeit und anschliessend suchten die Kinder abwechselnd das benötigte Werkzeug. Hatten wir alle Werkzeuge gefunden, durften die Kinder die Werkzeuge verstecken. Wie immer nutzten viele Kinder dieses Angebot sehr gerne und zeigten, wie gut sie sich jetzt schon mit den Werkzeugen auskennen. Fast ausnahmslos erkennen die Kinder die Tätigkeiten und können das richtige Werkzeug zu ordnen, die meisten können auch selbständig die richtigen Worte nennen.

Am Entdeckertisch entstanden aus den Konstruktur-Teilen interessante Gebilde, Löcher wurden zu gespachtelt, Kasimirs Werkzeugkiste zusammengeschraubt und wieder auseinandergenommen, viele Werkzeug-Malvorlagen wurden mit Farb- oder Filzstiften
bunt bemalt. Ein besonderes Erlebnis boten die Pastellkreiden; diese lassen sich auf einem grauen Karton wunderbar mit dem Finger in den Karton hinein reiben. Manche Kinder blickten entsetzt auf ihren Finger und gingen sofort ins Bad, um die Hände zu waschen. Andere schwelgten in den Farben und verrieben die Kreide mit beiden Händen und hatten schliesslich Kreide im Gesicht, leider oft auch an den Kleidern, aber manche schufen dabei sehr ansprechende Bilder. 



Das Steckfix-Spiel machte manchem Kind noch Kopfzerbrechen und ich gebe zu, bei meinem ersten Versuch, kam ich mir auch ein bisschen dämlich vor. Hat man den Dreh aber mal raus, ist das Spiel eigentlich leicht verständlich und dank der sofortigen Selbstkontrolle für die Kinder sehr ermutigend. Nach einer kurzen Einführung gelang es den meisten Kindern ein Karte zu lösen, die meisten waren so von Stolz erfüllt, dass sie alle vier Aufgabenkarten selbständig lösten und die Fehler gleich selbst korrigierten.

Letzte Woche bemalten die Kinder kleine Holzteile, wir bohrten Löcher hinein und stellten den Kindern die kleinen Holzteile, kleine Nägel und ein Holzbrett zur Verfügung. Die meisten Kinder schufen ganz ohne unsere Hilfe hübsche Holzbilder, jüngere Kinder brauchten etwas Unterstützung beim Halten der Nägel.


Nach dem Begrüssungskreis zeigte uns Kasimir seine neue Werkzeugkiste und wir halfen ihm, die Werkzeuge, die er in seiner ganzen Werkstatt verstreut hatte, zu suchen und in der Werkzeugkiste zu verstauen. Obwohl die Abbildungen der Werkzeuge winzig klein waren, haben die Kinder sie auf Anhieb gefunden. Einzig die Werkzeuge, deren Stil ich ein wenig gekürzt hatte, verwirrten ein paar wenige Kinder, da sie nicht mehr ganz der gewohnten Abbildung entsprachen.

Vor dem Znüni durfte sich jedes Kind ein verstecktes Werkzeug aus dem „Stall“ holen, danach deckten wir die Werkzeuge mit Servietten zu. Als wir dieses Spiel, das erste Mal versuchten, dachten wir, das klappt niemals, viel zu schwer! Ja, wir hatten Recht! Für uns Leiterinnen war es viel zu schwer, fast jedes Mal müssen wir die Kinder um Hilfe bitten, wenn wir als Erste einen versteckten Gegenstand suchen sollen. Die Kinder können sich fast ausnahmslos merken, bei wem welcher Gegenstand liegt und sind auch sehr hilfsbereit. Sie zeigen mit Händen und Füssen, rufen oder decken vor lauter Ungeduld den Gegenstand gleich selbst auf.

Da nun endlich der Sommer auch bei uns eingetroffen ist, führten wir noch das „Schwümmä,
schwümmä, i dä Badastalt ein …“ Die Kinder machten begeistert mit und amüsierten sich köstlich wenn wir die Geschwindigkeit so gesteigert hatten, dass wir mit dem Händen fast nicht mehr nachkamen.

Lachend, manche ein wenig müde von der schnellen Schwimmerei am Schluss konnten wir die Kinder in die wohlverdienten Ferien entlassen.


Auf uns wartet noch ein wenig Arbeit: Namenschilder, Taschen, Geschichten für das neue Spielgruppenjahr müssen noch geplant und vorbereitet werden …









 

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