Freitag, 18. April 2014

Lustvolles Lernen

"Wenigstens habt ihr bei mir immer etwas zu Lachen!" schmunzelte unsere Tennislehrerin vor ein paar Wochen, eigentlich war es aber gar nicht zum Lachen! Schon zum hundertsten Male hatte sie uns gesagt, wir müssten seitlich stehen. Immer und immer fallen wir in die gleichen Fehler zurück, immer und immer wieder ermahnt sie uns, immer und immer wieder schimpft sie mit uns, immer und immer wieder lacht sie uns aus, dennoch wir gehen gerne zu ihr und haben es immer lustig.

Ihre Bemerkung verleitete mich zu der Frage, was macht lustvolles Lernen aus?

Gut wir gehen freiwillig, bezahlen Geld dafür, aber haben wir auch ein Ziel vor Augen? Ich für meinen Fall, möchte mich ein wenig bewegen, Tennis gehört zu den wenigen Sportarten, die weder
zu langweilig noch zu gefährlich sind, aber grosse Ambitionen habe ich nicht.

Würde ein Lehrer seine Schüler so oft zurechtweisen, auslachen oder mit ihnen schimpfen, er wäre kaum sehr beliebt. Vielen Schülern mangelt es ja auch mit lieben und verständnisvollen Lehrern an Schullust.

Und in der Spielgruppe? Wir versuchen unseren Kindern jede Woche ein abwechslungsreiches Programm zusammenzustellen. Es sollte für jeden etwas dabei sein, zeichnen, kleben, gestalten, bauen, Rollenspiel, puzzlen, fädeln, etc.

Die meisten Kinder nutzen unser Angebot sehr fleissig, aber manche beschränken sich auf einen Spielbereich, bleiben bei den Legos oder spielen nur mit der Eisenbahn. Meistens lassen wir die Kinder gewähren, sie dürfen sich ihr Angebot selbst aussuchen. Manchen Kindern fehlen die entsprechenden Erfahrungen und trauen sich nicht, etwas Neues auszuprobieren, diese Kinder versuchen wir sanft an neue Sinneseindrücke heran zu führen.

Ich liebe die Arbeit mit Gipsbinden, die meisten meiner Kinder kommen einmal in ihrem Spielgruppen-leben mit diesem Material in Kontakt. Meistens gestalten wir ein Weihnachts- oder Muttertagsgeschenk und regelmässig sind einige Kinder in der Gruppe, die sich Anfangs weigern, den Gips in das Wasser zu tauchen und ihn anschliessend auf dem Objekt zu platzieren. Meistens gelingt es uns, die Kinder durch gutes Zureden zu einem Versuch zu verleiten, meistens sind es dann diese anfänglichen Zögerer, die nicht mehr aufhören wollen zu gipsen. Die Kinder gipsen, lernen voller Lust.

Womit wir wieder beim Tennis sind - was macht lustvolles Lernen aus?





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