Sonntag, 7. September 2014

Bürokram und Zahlungsmoral 


Spiel- und Sprachwerkstattleiterin ist der schönste Beruf der Welt, davon bin ich schon lange überzeugt. Wir folgen unserem eigenen Lehrplan, können ihn individuell an jedes Kind anpassen, sind flexibel und frei. 

Letzte Woche führten wir spontan ein neues Spiel ein, weil eines unserer Kinder noch ein wenig unter Abschiedsschmerzen litt; es funktionierte, schon nach kurzer Zeit war das Kind ins Spiel vertieft, die Tränen versiegten und so machten erstmals alle Kinder am Begrüssungskreis mit. 

Lucy und Arti zeigten den Kindern, wie sie die Namen der Tiere klatschen, die Kinder machten begeistert mit. Auch das Glücksrad begeisterte die Kindern, auch wenn für manche der Spielverlauf noch nicht ganz ersichtlich war. 

Am Entdeckertisch gab es letzte Woche weisse Steine, die gewaschen werden wollten. Die Kinder konnten die unterschiedlichsten Stäbe,  Stäbchen und abgeschnittene Röhrli in Knet stecken, zuerst mussten sie ein Töpfchen mit kleinen Steinen füllen, darauf legten wir eine Schicht Knet und schon konnte es losgehen. Unsere Montessori-Zylinder standen wieder im Einsatz und wurden rege genutzt, auch wenn es manchen noch schwer fällt, den passenden Zylinder zu finden, entdeckten die meisten Kinder die Unterschiede der Zylinder. Auf ein Würstchenteller durften die Kinder Krimskram kleben und unsere neuen Tiere konnten als Malvorlage bemalt werden. Ganz viele Erfolgserlebnisse verschafften sich die Kinder, die sich an den Vorhängeschlössern und den Schlüsseln versuchten. Ein Puzzle stand bereit und natürlich unsere Selbstbedienungs-Tabletts im Montessori-Seitz-Gestell. 

Nach dem Znüni klebten alle Kinder gemeinsam Sonnenstrahlen auf ihre beklebte CD und vor dem Abschied sangen wir alle das Lied "Old Mc Donald". 

Statt Bürokram in die Schule integriert?

Soweit so gut, ich liebe es Spielgruppenstunden vor zu bereiten, Bastelarbeiten oder Tablett-Ideen auszutüfteln, die Sprachspiele zu entwerfen und in der Praxis umzusetzen. Viele Ideen stehen schon in der Warteschleife und hoffen, in den nächsten Ferien realisiert zu werden. In Situationen, in denen mehr Ideen als Zeit vorhanden sind, wünsche ich mir manchmal, wir wären der Schule angegliedert. 

Viele zeitraubende Arbeiten, würden entfallen: Da wären zuerst einmal das Anschreiben, Anwerben neuer Spielgruppenkinder.  Auch die Ungewissheit, ob sich genügend Kinder anmelden, damit wir alle Gruppen durchführen und unsere Kosten decken können, würde wegfallen. Alle Kinder hätten einen Spielgruppenplatz und würden die Spielgruppe zwei Mal pro Woche besuchen. Es gäbe keine Kinder mehr, die erst im Kindergarten zum ersten Mal mit der Umgebungssprache in Kontakt kämen. Wir müssten keine Anträge, Bettelbriefe und Abschlussberichte mehr schreiben, hätten ein festes Budget und könnten ...

Zahlungsmoral 

Aber vor allem müssten wir uns nicht mit dem lästigen Thema der Zahlungen, bzw. der schlechten Zahlungsmoral einiger weniger Spielgruppeneltern herumschlagen. Letztes Jahr hatten wir grosses Pech! Vier Kinder besuchten unsere Spielgruppe ein halbes Jahr lang, ohne dass die Eltern ihren Elternbeitrag bezahlt hätten. Natürlich reissen diese Fehlbeträge ein ordentliches Loch in unser eh schon bescheidenes Budget. 

Wie geht ihr mit säumigen Zahlern um? 
Weist ihr die Kinder zurück - schickt ihr sie nach Hause? 
Lässt ihr die Elternbeiträge im Voraus bezahlen - wie viele Eltern bezahlen dann nicht? 
Könnt ihr die entstandenen Lücken wieder schliessen? 

Hat jemand einen Tipp, wie alle Beiträge pünktlich bezahlt werden? 














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