Samstag, 7. Februar 2015

12 Lernprinzipien von Dr. R. + G. Caine



Das Spiel ist die höchste Form der Forschung 
(A. Einstein)


Schon Albert Einstein wusste es, junge Kinder lieben es, etwas Neues zu entdecken, wir Erwachsenen können ihnen den passenden Rahmen zur Verfügung stellen.

Die Gehirnforscherin Dr. R. Caine und ihr Mann haben 12 Prinzipien entdeckt, wie das Lernen abläuft; wir können diese Prinzipien für unsere Angebote berücksichtigen. 

1. Lernen ist physiologisch
Junge Kinder müssen neue Objekte mit allen Sinnen erfassen können, sie brauchen Spielsachen, Gegenstände aus unterschiedlichen Materialien, die sie ziehen, tragen oder schieben können. 

2. Das Gehirn ist sozial
Junge Kinder brauchen Bezugspersonen, die sie ermuntern und unterstützen, die Rückmeldungen geben. Sie brauchen andere Kinder, um zu beobachten und erste Kontakte zu knüpfen. Lernen geschieht über Beziehungen. 

3. Die Suche nach dem Sinn ist angeboren
Selbst gemachte Erfahrungen sind viel intensiver und wichtiger als Erklärungen von Erwachsenen. So viel wie möglich sollte schon das junge Kind selbst tun dürfen, dazu ist es wichtig, dass die bespielten Gegenstände sicher und kindgerecht sind.

4. Die Suche nach dem Sinn geschieht durch die Bildung von Mustern
Junge Kinder brauchen genügend Zeit und Materialien, um erste Musterbildungen zu ermöglichen, z. B. nach Grösse oder Farbe sortieren. Das Kind sollte die Ordnungen und Systeme selbst entdecken und wahrnehmen können. 

5. Gefühle sind für die Musterbildung wichtig
Gefühle beeinflussen unsere Bereitschaft, sich mit Dingen oder Mitmenschen auseinander zu setzten. In einer angstfreien Lernumgebung in der sich die jungen Kinder geborgen fühlen, sind sie offen für Gefühle und bereit, immer neue Muster anzulegen, sich auf andere
Menschen einzulassen. 

6. Das Gehirn verarbeitet einzelne Teile und das Ganze gleichzeitig
Die unterschiedlichsten Informationen strömen gleichzeitig auf unser Gehirn ein. Damit junge Kinder diese Informationen miteinander in Verbindung bringen können, brauchen sie
praktische Erfahrungen für das Gelernte. 

7. Zum Lernen gehören sowohl die gerichtet Aufmerksamkeit als auch die grobe Wahrnehmung
Oftmals tauchen Kinder ganz tief in etwas ein, so können sie sich über längere Zeit auf einen bestimmten Gegenstand oder eine Tätigkeit konzentrieren. Wenn sie aus ihrer Konzentration wieder auftauchen, nehmen sie das Drumherum wieder wahr und möchten Rückmeldungen bekommen. 

8. Lernen funktioniert bewusst und unbewusst
Welches Puzzleteil passt? Während des Spiels lernt das Kind bewusst. Hört es im Hinter-grund immer wieder ein Lied, summt es anfangs mit, bald hat es den Text unbewusst gelernt und kann den Text mitsingen. 

9. Es gibt mindestens 2 Arten von Gedächtnis
Vorgefertigte Lerninhalte werden, wenn sie interessant und "merk-würdig" sind, im Gehirn gespeichert. Junge Kinder brauchen aber auch konkrete Möglichkeiten, sinnliche Erfahrungen abzuspeichern und miteinander zu verbinden. 

10. Lernen ist entwicklungsbedingt
Erst wenn das Gehirn alles gespeichert hat, was es für den nächsten Schritt braucht, ist das Kind dazu in der Lage. Erst wenn der Bewegungsapparat des Kindes trainiert ist, kann es Laufen lernen. 

11. Komplexes Lernen wird durch Herausforderung gefördert - durch Angst verhindert
Bedrohungen hemmen das Lernen. Werden Misserfolge und schlechtes Benehmen bestraft, 
lernt das junge Kind nicht den richtigen Weg, sondern es entwickelt Strategien, wie es künftige Bestrafungen vermeiden kann. 

Angemessene Herausforderungen stärken das Selbstbewusstsein der Kinder. Dinge, die die Kinder selbst erledigen können, sollten wir ihnen nicht abnehmen. 

12. Jedes Gehirn ist einzigartig
Jeder Mensch ist anders! Jedes Kind wählt das Angebot, welches seinem Entwicklungsschritt entspricht. Wir beobachten die Kinder und passen die Angebote den Bedürfnissen der Kinder an. 









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