Dienstag, 7. Februar 2017

Bilderbücher und Geschichten in der Spielgruppe

Das gemeinsame Betrachten eines Bilderbuches ist die wirksamste Sprachförderung für
junge Kinder, sie geniessen die Zuwendung und Nähe der Erwachsenen. Wir können unser Sprechtempo und die Sprache dem Sprachstand der Kinder anpassen. Über die vielen Dinge und Ereignisse, die uns von Bildern und Texten vermittelt werden, können wir uns mit den Kindern unterhalten. Wir können die Bilder benennen, sie genauer erklären und definieren, wir können eigene Ideen und unsere Phantasie einbringen.      

Beim dialogischen Erzählen beziehen wir die Kinder in die Geschichte, in das Buch mit ein und ermöglichen es ihnen, selbst zum Erzähler zu werden.

Mit  Geschichten machen wir die Kinder mit der „Buchsprache“, der Bildungssprache (Schriftdeutsch) vertraut. Sie verwendet ganz andere Formen als unsere Alltagsprache.
In der gesprochenen Sprache verwenden wir fast keine „richtigen“ Vergangenheitsformen (Präteritum) wie „ich ging“, im Schweizerdeutschen und in vielen deutschen Dialekten
gibt es diese Form erst gar nicht, wir verwenden immer das Perfekt  „ich bi gangä“ (ich bin
gegangen). 

Die geschriebene Sprache kennt sehr viele Bezeichnung für einfache Bewegungen wie z. B. gehen. Anstelle von gehen, können wir schlendern, schleichen, sich bewegen, sich begeben, flanieren, lustwandeln, latschen, bummeln, beschreiten, aufbrachen, staken, waten, stapfen, tappen, watscheln, trippeln, etc. verwenden, die Bedeutung der Aussage ändert sich nur geringfügig. Ein Kind, das diese Wörter noch nie gehört hat, kann nicht viel damit anfangen. 

Ein Film kann uns diese Vielfalt wohl zeigen, sie aber nicht in Worte kleiden. Kinder mit einem kleinen Wortschatz, werden in einer Nacherzählung wahrscheinlich immer das Verb gehen verwenden. Noch schwieriger wird es, wenn ein unbekanntes Verb in einem schulischen Text vorkommt, den Kindern erschliesst sich der Inhalt des Textes nicht mehr.
Ab der vierten Klasse treten bei vielen Kinder immer häufiger Schwierigkeiten mit dem Textverständnis auf. 

Deshalb sind Geschichten schon im Vorschulalter wichtig, um die Erzählkompetenz der Kinder zu fördern, um ihren Wortschatz aufzubauen und um sie an die Bildungssprache der Schule zu gewöhnen.

Kinder, die zu Hause keine Bilderbücher oder Geschichten haben, tun sich anfangs sehr schwer, über einen längeren Zeitraum aufmerksam zu bleiben. Ihnen fehlt noch die Abstraktionsfähigkeit, sie können das Bild eines Hundes noch nicht als Hund erkennen, wenn sich dieser Hund auf einem Gegenstand befindet, den wir einzeln oder losgelöst als Papier oder Buch bezeichnen.


Wir erzählen unsere Geschichten immer als Figurentheater. Nach der ersten Erzählung dürfen die Kinder mit den Figuren die Geschichte nachspielen. 


Einige unserer Geschichten haben wir als 
Video auf YouTube gestellt, so können sich die Kinder die Geschichten zu Hause nochmals anschauen.

Wir werden immer wieder gefragt, welche Bücher sich für junge Kinder ab 2 Jahren am besten eignen. Auf unserer Website haben wir eine kleine Auswahl unserer liebsten Wimmelbücher, interessante Reihengeschichten und lehrreiche Wortbilderbücher zusammengestellt. 

Welches sind eure Lieblingsbücher für Spiel- und Krippenkinder? Ich bin immer auf der Suche nach neuen, interessanten Geschichten und freue mich auf eure Vorschläge. 


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