Sonntag, 7. Mai 2017

Kindergartenreife 


In vielen Gemeinden erhalten die Eltern gemeinsam mit der Anmeldung für den Kindergarten ein Merkblatt für den Eintritt in den Kindergarten.

Die Eltern werden gebeten, ihr Kind zu unterstützen, damit es folgende Voraussetzungen für den Kindergarten erfüllt:

- das Kind kann sich von der Bezugsperson trennen und den Vormittag alleine im Kindergarten
  verbringen

- es kann selbstständig auf die Toilette gehen und braucht keine Windeln mehr

- es kann sich selbstständig an- und ausziehen

- es kann sich in eine Gruppe integrieren und sich anständig benehmen

- es kann 10 Minuten still sitzen und sich konzentrieren

Oftmals werden diese Merkblätter, diese Empfehlungen stark kritisiert, da sie rechtlich nicht relevant sind. Es ist richtig,  jedes Kind muss zwei Jahre den Kindergarten besuchen, das einzige Kriterium für den Kindergartenbesuch ist der Stichtag, der 31. Juli vor 4 Jahren.

Auf den ersten Blick mag es so scheinen, als würden diese Empfehlungen nur der Entlastung der Kindergartenlehrperson dienen. Wie sieht es aber für das Kind aus?

Ich bin überzeugt, jeder dieser Punkte ist für das Kind noch viel wichtiger als für die Kindergartenlehrperson. Jedes Kind, das noch nicht gelernt hat, sich von der Mutter zu trennen leidet
und auch für ein Kind ist es nicht angenehm, ständig auf Hilfe angewiesen zu sein.

Diese wenigen Punkte sollten für jedes Kindergartenkind erfüllbar sein und wenn nicht, soll es noch ein wenig mit dem Kindergarteneintritt warten dürfen.

Wir konnten schon einige Kinder ein Jahr länger in der Spielgruppe begleiten und sahen, wie viel dieses Jahr ausmacht und dass es in jedem Fall das Beste für das Kind war.

0 - 3 die wichtigsten Jahre eines Kindes 


In seinen ersten drei Lebensjahren lernt ein Kind so viel wie später nie mehr. Es saugt alles in seiner Umbebung auf, es lernt laufen, sprechen und wird selbstständig. Je nach dem wie viel Anregung ein Kind zu Hause, in der Krippe oder in der Spielgruppe bekommt, kann ein Kind mit drei, vier Jahren bereits seinen Namen schreiben und bis 10 zählen. Andere Kinder nehmen mit vier Jahren zum ersten Mal eine Schere in die Hand. Manche Kinder können mit vier Jahren eine Geschichte erzählen, andere Kinder sprechen noch kein Wort Deutsch. 

In nur zwei Jahren müssen alle diese Kinder auf die Schule vorbereitet werden. Während die einen Kinder eher unterfordert sind, leiden die anderen Kinder unter stetiger Überforderung. 

Grundkenntnisse der deutschen Sprache  


Ich würde das Merkblatt mit der Voraussetzung "Grundkenntnisse der deutschen Sprache" ergänzen. Wie genau sich ein Kind fühlt, das nicht verstanden wird und sich nicht äussern kann, weiss ich nicht. Meine DaZ-Kinder (1. + 2. Klasse) erzählen mir, dass sie oft ausgelacht werden, wenn sie etwas nicht verstehen. Sie sagen auch: "Es ist gemein, dass die Schweizer Kinder keine Probleme mit den Begleitern haben!" Oft fühlen sie sich ausgegrenzt und benachteiligt. 

Nichts verstehen heisst für mich, einen türkischen Film ansehen - spätestens nach 5 Minuten verlässt mich die Geduld - wie mag es den Kindern einen ganzen Tag im Kindergarten oder in der Schule ergehen?

Kein Kind geht in den Kindergarten und denkt: "Hurra, endlich kann ich Deutsch lernen!" Die Kinder gehen in den Kindergarten und möchten spielen. Kinder möchten immer spielen und das ist gut so!
Noch vor 10 - 15 Jahren lernten die Kinder in unseren Kindergärten spielerisch deutsch, damals waren die deutschsprechenden Kinder in der Überzahl, gespielt wurde auf Deutsch. Heute sind in unserer Gemeinde 85 % der Kinder fremdsprachig, gespielt wird oft in der Erstsprache, die nicht Deutsch ist. Auch wenn sich die Kindergartenlehrpersonen bemühen, sie können diese Spiele in der Erstsprache nicht verhindern, sie passieren einfach. So wie jede zweisprachige Person sofort zur Sprache greift in der sie angesprochen wird. 


Vorbereitung auf den Kindergarten 


In unserer Spielgruppe bereiten wir die Kinder ganzheitlich auf den Kindergarten vor:

- Sprache und Kommunikation
- Musik und Rhythmik
- erste Mengenbestimmungen, erstes Zählen
- Fein- und Grobmotorik
- die entdecken ihre Umwelt (Mensch und Mitwelt)
- Gestalten (Malen, Basteln und Werken) 

Die Kinder erweitern ihre Selbst-, Sach- und Sozialkompetenz. 

Wunder dürfen von uns aber nicht erwartet werden! Die Kinder brauchen in allen Bereichen die Unterstützung ihrer Eltern. Kinder, die nur bei uns mit der deutschen Sprache in Kontakt kommen, werden bis zum Kindergarten nicht über die benötigten Deutschkenntnisse verfügen. Um eine Sprache richtig zu lernen, braucht es etwa 30 Stunden wöchentlich, in denen das Kind diese Sprache aktiv hört und selbst anwenden kann. 

Eltern, die selbst nicht gut deutsch sprechen, können ihre Kinder mit unseren Memo-Spielen zu Hause unterstützen, sie erhalten ein Spiel- und Bastelheft mit Spielideen und sie können sich mit den Kindern unsere Videos ansehen. Sie zeigen den Kindern damit, dass auch ihnen die deutsche Sprache wichtig ist und sie sich ebenfalls bemühen, Deutsch zu lernen. 

Vielen Kindern hilft es, das gleiche Wort in beiden Sprachen zu hören, so können sie sich Brücken zur Erstsprache bauen. 

Schnupperbesuch in der Spielgruppe


Melden Sie sich und ihr Kind für einen Schnupperbesuch in unserer Spielgruppe an und erleben Sie unsere Spielgruppe hautnah. Bitte eine Woche vorher anmelden

Einen ersten Blick in unsere Spielgruppe können Sie mit diesem Video werfen. 






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