Sonntag, 2. Juli 2017

Deutsch lernen IV – LOL und LMAO-Sprache


In „der Welt“ stiess ich auf einen Artikel mit dem Titel: „Gehst du Bus?“ der mich etwas traurig und sehr nachdenklich stimmte. Werden wir wirklich bald alle so reden? Ohne Artikel und Präpositionen? Ist diese Sprache wirklich kreativ oder vielleicht einfach ein Zeichen von Faulheit? Ohne Präpositionen und Artikel ginge so manchem Buch der ganze Wortwitz abhanden, anderseits finde ich den Ausdruck: „Ich rede Wand!“ durchaus witzig und fürs Verständnis ausreichend.

Was mich aber noch vielmehr erstaunt, ist die SMS-Sprache, können SMS-ler diese Sprache wirklich aus dem Gedächtnis schreiben und lesen? Ich habe mich an einen kurzen Text gewagt, brauchte natürlich eine Verzeichnis (ich weiss nicht, ob es ein gutes oder ein schlechtes war) dafür und gefühlt 3 – 4 mal so viel Zeit, als wenn ich alles ausgeschrieben hätte.

Also liebe SMS-ler versteht ihr diesen Text?

SMS
BIALZHA
DEANDI
FÜMIEIN
WAMADUHEU
WOWIMAT
LAK
SZ
WASA
BDDT
ZLZ

Macht ihr Satzzeichen zwischen den einzelnen „Wortgruppen“? Oder Gedankenstriche?

Wenn ihr mir verraten könntet, wie ihr diese Abkürzungen gelernt habt, könnten wir den ganzen Fremdsprachen-Unterricht revolutionieren!

Ich freue mich auf eure Anregungen!

Bestimmt kennen ganz viele Jugendliche, Schüler und auch Erwachsene diese Abkürzungen, wie kommt es aber, dass sich die meisten von Ihnen schwertun, eine Fremdsprache zu lernen – sich hier aber als wahre Künstler erweisen? Liegt es daran, dass diese Sprache die Schüler berührt, sie ihnen nahe geht, sie aus ihrem Leben stammt? Während im Englischunterricht Wörter wie "vertebrates" und "mimicry" gepaukt werden müssen? Oder Captain Cook auf seinen Reisen begleitet wird? Der Vorgang des Lernen bleibt sich aber eigentlich gleich, einzig die Motivation ändert sich, oder?

Auch bei unseren jungen Kindern stellen wir fest, je näher wir an sie herankommen, desto besser nehmen sie die neuen Wörter auf. Das Hämmern, Sägen, Feilen und Bohren der letzten vier Wochen sprach die meisten Kinder an und so konnten sie nach vier Wochen alle Werkzeuge einwandfrei benennen, obwohl viele die Wörter in ihrer Erstsprache nicht kannten.

Also, wenn wir unseren Kindern etwas lehren möchten, müssen wir auf ihre Höhe gehen, die Welt mit ihren Augen ansehen. Schön wäre, wenn die Menschen, die Lehrbücher schreiben, ab und zu mit Kindern arbeiten würden. 

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