Sonntag, 2. Juli 2017

Die Sprache lebt 


Seit gut sieben Jahren arbeiten wir an unserer Sprachwerkstatt, eigentlich sollte man denken, irgendwann steht sie und muss nicht mehr verändert werden. Weit gefehlt! Jedes Jahr aufs Neue 
entdecken wir Verbesserungsmöglichkeiten, nicht das etwas Schlecht wäre, nein, aber die Kinder verändern sich, die Sprache verändert sich und um den Kindern gerecht zu werden, müssen wir unsere Sprachwerkstatt laufend anpassen. 

Schon letztes Jahr stellten wir fest, dass unsere "Gross-Klein"-Wochen nicht mehr ganz dem Wortschatz der Kinder entsprechen, je weniger einheimische Kinder wir haben, desto schwieriger
sind die Verkleinerungen zu vermitteln. Für zweisprachige Kinder sind die "-chens" sehr, sehr abstrakt und nicht geläufig, in unserer Umgebungssprache, dem Schweizerdeutsch wird diese Form sogar für Verben angewandt, hörte ich doch vor kurzem eine Mutter sagen: "Du chasch doch uf dim
Füdeli abärütschälä¨" Meine Kinder und ich verbrachten darauf hin einen äusserst amüsanten Nachmittag damit, weitere Verben zu verkleinern: "essälä, trinkälä, spielälä, luegälä" (Schreibweise ohne Gewähr). Alle, die des Schweizerdeutschen nicht mächtig sind, mögen mir diesen Ausflug verzeihen, Buchdeutsch oder Schriftdeutsch erscheint es mir unmöglich, Verben zu verkleinern; essenchen? 

Nächstes Jahr werden wir die Verkleinerungs-Wochen durch Kleider-Wochen ersetzten, wir stellten fest, dass viele Kinder die Kleidungsstücke auf deutsch nicht benennen können. 



Auch bei meinen DaZ-Kindern (Deutsch als Zweitsprache) muss ich ein wenig umstellen. Obwohl die meisten Kinder Zilly, die Zauberin und ihre Geschichten mögen, ist sie für die jüngeren Kinder
doch noch etwas zu anspruchsvoll. Viel besser und mit mehr Freude prägen sich meine gespielten
kurzen Geschichten ein, die ich seit Februar auch als Video auf YouTube stelle. 

Die Geschichte vom kleinen Huhn konnten die Kinder fast ohne Hilfe und mit recht ordentlichen 
deutschen Sätzen vorspielen. 

Ich glaube, die Ergänzung durch die Videos hilft vielen Kindern, sich die Sätze besser einzuprägen. 




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