Sonntag, 2. Juli 2017

Gedanken zur Spiel- und Sprachförderung


Durch das Spiel lernen die Kinder die Welt kennen, sie entdecken physikalische Gesetze, sie entwickeln geistige Fähigkeiten und trainieren ihren Körper.

Über das Spiel lernen die Kinder ihre Sinne kennen, sie sammeln Erfahrungen, üben unermüdlich gewisse Fertigkeiten und entdecken, dass sich bestimmte Abfolgen immer wieder wiederholen lassen. Sie steigern ihre intrinsische Motivation und Neugier, sie bekommen Anregungen für selbst gesteuertes Lernen, sie entwickeln ein Gefühl für ihre Selbstwirksamkeit, ihre körperlichen und motorischen Fähigkeiten, sie üben sich im kreativen Denken und erlernen die Konfliktfähigkeit. Babys und Kleinkinder erleben Übungen und Wiederholungen mit Freude, ihre kindlichen Experimente ermöglichen ihnen vielfältige Erfahrungen. Die Sinne spielen dabei eine wichtige Rolle, denn die Sinneserfahrungen werden mit Gefühlen verbunden und ermöglichen es dem Kind, sein Wissen über die Dinge und die Menschen aufzubauen.

Um all diese wichtigen Erfahrungen zu machen, brauchen Kinder Erwachsene, die ihnen die Möglichkeiten und die Materialen zur Verfügung stellen, um diese und sich ausprobieren zu können. Professor Hüther sagte es in einem Vortrag sehr schön: „Kinder wollen Aufgaben finden, an denen sie wachsen können. Weil kleine Kinder noch nicht wissen, wie solche Aufgaben aussehen, brauchen sie Vorbilder, Erwachsene, die diese Verantwortung wahrnehmen und ihnen den Weg zeigen.“ Damit wir für die Kinder ein Vorbild sein können, müssen wir mit den Kindern Beziehungen eingehen, sie schätzen und achten.

In ihren ersten sechs Lebensjahren lernen die Kinder auf dieser Welt zu überleben, sie lernen so viel, wie später nie mehr - aus dem hilflosen, kleinen, sprach- und fast bewegungslosen Baby wird ein (hoffentlich) selbstbewusstes Kind, das seine Wünsche und Bedürfnisse ausdrücken kann und sich selbständig von einem Ort zum anderen bewegt. Und es hat dies alles im Spiel gelernt, ohne Lehrplan und Noten. 



In der Sprachförderung kommen wir nicht ganz ohne Plan aus, wir konzentrieren uns auf einen Sprach-schwerpunkt (z. B. Silben oder Bewegungsverben) und bauen um ihn herum unsere Spiele auf. Mit interessanten Such-, Merk- und Bewegungsspielen können wir die sprachlichen Schwerpunkte wiederholen, ohne langweilig zu werden, die Kinder nehmen die ganzen, korrekten Sätze auf und können sie schon bald selbst anwenden. Dies geschieht immer mit konkreten Gegenständen oder Situationen, wir sind überzeugt, dass Kinder nur lernen können, was sie auch verstehen. 

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