Sonntag, 2. Juli 2017

Sprachlos


Während ich meine nächste Spiel- und Sprachwerkstattwoche vorbereite, geniesse ich das Hörbuch: "Was wir sind und was wir sein könnten" von G. Hüther. 

Plötzlich wird mir klar, warum viele unserer Kinder nur noch über einen kleinen, manche über fast gar keinen Wortschatz mehr verfügen - nicht nur in ihrer Erstsprache.

G. Hüther schreibt in etwa Folgendes: "Jedes Kind entwickelt in seinem Gehirn ein Sprachzentrum, doch die Fähigkeit zu sprechen und Gesprochenes zu verstehen, verdanken wir nicht diesem Sprach-zentrum, sondern dem Umstand, dass Eltern normalerweise mit ihren Kindern sprechen. Je nachdem wie viel und wie komplex der verbale Austausch verläuft, entwickeln sich die entsprechenden Hirnregionen mehr oder weniger. 

In Untersuchungen wurde festgestellt, dass die durchschnittliche Dauer dieser verbalen Kommunikation in Deutschland auf weniger als 10 Minuten pro Tag gesunken ist. Es ist also nicht verwunderlich, dass dieser Umstand nicht folgenlos für die Kinder bleibt, die Armseeligkeit dessen, was in diesen 10 Minuten ausgetauscht wird, trägt ihren Teil noch dazu bei." 

Gemäss Remo Largo braucht ein Kind täglich etwa 3 Stunden persönlichen sprachlichen Austausch, um eine Sprache lernen zu können. 

Da bleibt nicht nur den Kindern die Sprache weg, auch ich bin sprachlos!

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