Sonntag, 6. August 2017

Spielgruppe für alle


Manchmal blicke ich neidisch nach Basel-Stadt und ihrem Spielgruppenobligatorium, obwohl ich schon vereinzelt gehört habe, dass es noch nicht so richtig funktioniert. 

Mein Ziel war es von Anfang an, für alle Kinder die Möglichkeit zu schaffen, die Spielgruppe zu besuchen - nach 10 Jahren muss ich leider feststellen, dass ich mein Ziel nicht erreicht habe. 

Die finanzielle Seite


Dank Bundessubventionen und der Unterstützung des Kantons konnten wir unser Elternbeiträge bis letztes Jahr mit Fr. 15.- relativ tief halten. 2017 laufen nun die Bundessubventionen aus, wir sind auf die Unterstützung unserer Gemeinde angewiesen, wir mussten die Elternbeiträge auf Fr. 17.- erhöhen, und wenn uns die Gemeinde nächstes Jahr nicht grosszügiger unterstützt, werden wir nur noch fünf 
Halbtage statt bisher 8 Halbtage anbieten können. 

Die andere Seite

Nein, wir können und wollen uns nicht beklagen, alle unsere Plätze sind belegt, wir könnten nicht mehr Kinder aufnehmen, aber trotzdem. 


Kinder im Spielgruppenalter (Jahrgang 2013 – 2015)                        206
  
Artis Spiel- & Sprachwerkstatt                                                              30  
( + 13 Kinder kommen von auswärts)

SG 2  + 3 
(Schätzung  – unsere Anfrage wurde nicht beantwortet)                      30

Krippe  und Kita                                                                                    42


Kinder in SG oder Krippe                                                                   102

Kinder die eher nicht aussfamiliär betreut werden                       104


Das bedeutet, das mehr als die Hälfte der Kinder keine Spielgruppe besuchen - in unserer Gemeinde sind 
85 % der Kinder fremdsprachig und kommen meist erst in der Spielgruppe, der Kita oder dann noch später im Kindergarten mit der deutschen Sprache in Kontakt. 

Wir haben 192 Eltern angeschrieben, daraus ergaben sich 11 Anmeldungen (zwei davon von Geschwistern ehemaliger SG-Kinder).

Was läuft bei uns falsch? 


In meiner ersten Spielgruppe in einer Nachbargemeinde kamen alle Kinder in die Spielgruppe oder besuchten die Krippe. Als wir nur noch insgesamt 22 Kinder in der Gemeinde hatten, mussten wir eine Spielgruppe schliessen. 

Bitte versteht mich nicht falsch, ich finde nichts Schlechtes oder Falsches daran, wenn Kinder nur zu Hause betreut werden. Ich mache mir Sorgen um die Kinder, die ohne Deutschkenntnisse in den Kindergarten kommen und auch dort keinen Anlass haben, Deutsch zu lernen, da die meisten Kinder gleichsprachige Kinder antreffen werden. 

Wie sieht es bei euch aus? 


Die Spielgruppen der Stadt St. Gallen erzählten mir vor ein paar Jahren, sie erreichen ca. 90 % der Kinder. 

Wie bewerbt ihr eure Spielgruppen? Mit welchem Erfolg? Könnt Ihr den empfohlenen Elternbeitrag von 
Fr. 20.- verlangen? 








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